Energieeinsparverordnung und Energieausweis: Die Bedeutung für Ihre Immobilie

Der Energieausweis soll Eigentümern von Immobilien, Immobilienkäufern und Mietinteressenten einen Überblick über die energetischen Qualitäten einer Immobilie verschaffen.

Seit 01.01.2009 müssen nun auch die Eigentümer von Wohngebäuden, die seit 1966 errichtet wurden, Miet- und Kaufinteressenten einen Energieausweis vorlegen.

Für Neubauten und Gebäude, die vor 1966 errichtet wurden, bestand diese Pflicht bereits.

Ziel: Niedrigenergiehaus als Standard

Der Gesetzgeber erhöht die Anforderungen an Wärmedämmung kontinuierlich. Die Energieeinsparverordnung (EnEV), seit dem 01.02.2002 in Kraft, strebt den Standard des sogenannten Niedrigenergiehauses an. Die EnEV gilt gemäß § 1 EnEV

  • für alle Gebäude, die beheizt oder gekühlt werden, und
  • für deren Gebäudeteile,
  • insbesondere für Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft- und Beleuchtungstechnik sowie der Warmwasserversorgung in Gebäuden.

EnEV gilt nicht für Denkmäler

Die Verordnung gilt somit für alle Gebäudearten gemäß § 24 EnEV, mit Ausnahme von Denkmälern, gleichgültig ob es sich um Wohnräume, Geschäftsräume, kleine oder große Gebäude, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, vermietete oder selbst bewohnte Gebäude handelt.

Die Verordnung gilt gleichermaßen für neu zu errichtende Gebäude (Neubauten) sowie für bestehende Gebäude (Bestandsbauten). Hinsichtlich der Frage, ob es sich bei einem Gebäude um ein Denkmal handelt ist zu beachten, dass in manchen Bundesländern die Einordnung als Denkmal gesetzlich bestimmt ist.

Das gilt für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In den anderen Bundesländern ist ein Gebäude nur dann ein Denkmal, wenn es in eine Denkmalliste eingetragen wurde.

Energieausweis für Neu- und Altbauten

Seit dem 01.02.2002 ist für Neubauten und seit dem 01.10.2008 für Altbauten sowie grundsätzlich bei wesentlichen baulichen Veränderungen ein Energieausweis vorgeschrieben (§ 16 EnEV). Dieser gibt Auskunft, wie viel Heizenergie pro m² beheizte Fläche ein Gebäude verbraucht.

Energiepass ist für Neubauten immer Pflicht

Für Neubauten ist der bedarfsorientierte Energieausweis Pflicht. Bei Altbauten bestand bis zum 30.09.2008 ein Wahlrecht. Bei Gebäuden mit bis zu 4 Wohnungen, für die ein Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt worden ist, ist der bedarfsorientierte Energieausweis nun seit 01.10.2008 Pflicht.

Eine Ausnahme besteht nur bei Gebäuden mit bis zu 4 Wohnungen, für die ein Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde, wenn zum Zeitpunkt der Fertigstellung oder bei späteren Modernisierungen die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt wurden.

Für Wohngebäude mit 5 oder mehr Wohneinheiten, gleichgültig aus welchem Baujahr, besteht weiterhin Wahlfreiheit hinsichtlich der Art des Energieausweises.

Übersicht: Welchen Energieausweis benötigen Sie für welche Gebäudeart?

Die EnEV gesteht Hauseigentümern aber auch zu, eine Befreiung von den Anforderungen der EnEV zu beantragen (§ 25 Abs. 1). Das ist dann möglich, wenn die Anforderungen nur durch einen unangemessenen Aufwand erfüllt werden können.