Abberufung des Verwalters: Gegenstandswert ist begrenzt durch Eigentümerinteresse

Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied im Februar 2012, dass der Gegenstandswert einer Klage auf Abberufung des Verwalters regelmäßig nach dem Verwalterhonorar der restlichen Vertragslaufzeit und dem Eigeninteresse des klagenden Wohnungseigentümers bestimmt wird.

2008 war ein Verwalter von einer Eigentümergemeinschaft für fünf Jahre bestellt worden. Nach einem Jahr klagte ein Wohnungseigentümer erfolglos auf Abberufung des Verwalters.

Der BGH bestätigte in letzter Instanz die Erfolglosigkeit der Abberufungsklage und musste schließlich den Gegenstandswert des Rechtstreits festlegen. Dies war erforderlich um über die Höhe der vom klagenden Wohnungseigentümer zu erstattenden außergerichtlichen und gerichtlichen Kosten zu entscheiden.

Der BGH orientierte sich an § 49a Abs. 1 Gerichtskostengesetz (GKG), der von der Hälfte des Gesamtinteresses der am Prozess Beteiligten ausgeht. Zu Grunde zu legen war das in der restlichen Vertragslaufzeit anfallende Verwalterhonorar.

Die hiervon angesetzten 50 Prozent überschritten die in § 49 Abs. 1 GKG enthaltene Obergrenze des fünffachen Eigeninteresses des klagenden Wohnungseigentümers nicht.

Hierbei war von dessen Anteil am restlichen Verwalterhonorar gemäß dem in der Eigentümergemeinschaft geltenden KostenverteiIungsschlüssel auszugehen (BGH, Urteil v. 10.02.12, Az. V ZR 105/11).