Betriebskosten: Vermieter darf keine überhöhte Gebäudeversicherung abschließen

Dass ein Vermieter nicht berechtigt ist, eine erhöhte Gebäudeversicherung abzuschließen und die Kosten als Betriebskosten auf seine Mieter umzulegen, entschied das Amtsgericht in Aachen im August 2011.

Ein Vermieter hatte eine neue Gebäudeversicherung abgeschlossen, nachdem er erfahren hatte, dass sein Mietshaus unterversichert war.

Die Jahresprämie der neuen Versicherung belief sich ohne die Gebäudehaftpflichtversicherung auf ca. 1.800,00 €.

Als der Vermieter die Versicherungskosten in der nächsten Nebenkostenabrechnung auf seine Mieter umlegte, weigerte sich einer der Mieter seinen ausstehenden Anteil auszugleichen.

Der Vermieter klagte auf Zahlung.

Ohne Erfolg!

Ein vom Gericht eingesetzter Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass eine andere Versicherung die gleiche Versicherungsleistung für ca. 1.600,00 € erbracht hätte.

Mit Abschluss des überteuerten Versicherungsvertrages hatte der Vermieter gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot verstoßen. Die vom Mieter zu zahlenden anteiligen Kosten wären somit wesentlich niedriger gewesen (AG Aachen, Urteil v. 10.08.2011, Az. 109 C 128/09).