Verwalter haftet nicht für verspätete Betriebskostenabrechnung

Wenn einem vermietenden Wohnungseigentümer ein Schaden entsteht, weil sein Mieter den Ausgleich der Forderung aus einer verspäteten Betriebskostenabrechnung verweigert, kann der Verwalter in der Regel nicht in Haftung genommen werden, obwohl er seine Abrechnung gemäß § 28 Abs. 3 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) zu spät vorgelegt hat.

Dies entschied das Landgericht in Frankfurt im Oktober 2011.

Der Verwalter einer Wohneigentumsanlage hatte die Berechnung der Betriebskosten der Eigentümergemeinschaft nach Ablauf der Jahresfrist des § 28 Abs. 3 WEG – also verspätet – vorgelegt.

Das hatte zur Folge, dass ein vermietender Wohnungseigentümer seinem Mieter die jährlich fällige Betriebskostenabrechnung auch nicht innerhalb der gesetzlichen Frist vorlegen konnte.

Aus diesem Grunde lehnte der Mieter den Ausgleich der offenen Forderung ab. Der geschädigte Wohnungseigentümer verklagte den Verwalter auf Schadensersatz.

Ohne Erfolg!

Ein Hausverwalter ist regelmäßig nur gegenüber der von ihm verwalteten Eigentümergemeinschaft, nicht aber gegenüber einem einzelnen Wohnungseigentümer zur fristgemäßen Erstellung einer Jahresabrechnung verpflichtet.

Demgemäß kann er von einem einzelnen Wohnungseigentümer nicht auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden. Etwas anderes gilt nur dann, wenn zwischen einem Verwalter und einem vermietenden Wohnungseigentümer eine Sondervereinbarung getroffen wurde, nach der der Verwalter als Mietverwalter tätig wurde (LG Frankfurt a. M., Urteil v,. 14.10.2011, Az. 2-09 S 2/11).